THROWBACK THURSDAY #01

Die 90er-TV-Kindheit: Als der Nachmittag noch RTL II, Super RTL und Zeichentrick hieß

Es ist 1998. Du kommst aus der Schule nach Hause, schmeißt den Ranzen irgendwo in die Ecke und hast eigentlich nur ein Ziel: Fernseher an.

Kein Netflix.

Kein YouTube.

Kein Streaming.

Keine Mediathek.

Und schon gar nicht die Möglichkeit, einfach jederzeit genau die Folge zu schauen, auf die du gerade Lust hast.

Wenn deine Lieblingsserie lief, musstest du da sein.

Und wenn du sie verpasst hast?

Pech gehabt.

Willkommen im 90er-TV.

Für die erste Ausgabe von „Kennste noch? – Throwback Thursday“ reisen wir zurück in eine Zeit, in der Zeichentrickserien, Animes, Videorekorder, Röhrenfernseher und Nachmittagsprogramm für viele von uns einfach zum Alltag gehörten.

Eine Zeit, in der ein bestimmtes Intro reichen konnte, damit man innerhalb von drei Sekunden vom Sofa aufsprang.

Eine Zeit, in der man die Fernbedienung schon in der Hand hatte, bevor die Werbung überhaupt vorbei war.

Und eine Zeit, in der man am nächsten Morgen auf dem Schulhof darüber diskutierte, was gestern in der neuesten Folge passiert ist.


🕰️ Die Zeitreise beginnt

Stell dir einen ganz normalen Wochentag Ende der 90er vor.

Du kommst nach Hause.

Vielleicht noch mit deinem Schulranzen.

Vielleicht hast du Hausaufgaben.

Vielleicht sollst du eigentlich erst etwas essen.

Aber irgendwo im Hintergrund läuft bereits der Fernseher.

Und dann kommt dieser Moment:

Das Intro beginnt.

Sofort ist alles andere egal.

Damals war Fernsehen nicht einfach nur Unterhaltung.

Für viele Kinder war es ein fester Bestandteil des Tages.

Man wusste ungefähr, wann welche Serie kam.

Man wusste, welche Sendung danach lief.

Und manchmal wusste man sogar, wann man zur Toilette gehen musste, damit man keine Minute verpasst.

Das klingt heute vielleicht komplett verrückt.

Aber genau das war unser Alltag.


📺 RTL II – der Sender für die kleinen Geeks

Wenn man über die 90er spricht, kommt man in Deutschland kaum an RTL II vorbei.

Der Sender ging am 6. März 1993 in Deutschland auf Sendung und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer wichtigen Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche.

Besonders das Nachmittagsprogramm wurde für eine Generation prägend.

Und irgendwann wurde RTL II vor allem mit einem Begriff verbunden:

Anime.

Aber das kam nicht sofort.

Anfangs bestand das Kinderprogramm aus einer Mischung verschiedener Cartoons und Serien. Das Kinderprogramm trug zunächst unter anderem den Namen Vampy. Später folgten weitere Programmblöcke und schließlich eine immer stärkere Ausrichtung auf Anime.

Und dann kamen die Serien.


🌙 Sailor Moon

Bevor viele überhaupt wussten, was ein Anime ist, lief plötzlich Sailor Moon im Fernsehen.

Die Serie hatte ihre deutsche TV-Premiere zunächst 1995 im ZDF. Ab 1997 übernahm RTL II die Serie in seinem werktäglichen Nachmittagsprogramm.

Und damit begann für viele Zuschauer etwas Neues.

Bunny.

Luna.

Transformationen.

Magie.

Monster.

Freundschaft.

Und natürlich ein Intro, das man irgendwann automatisch mitsingen konnte.

Sailor Moon war dabei nicht nur irgendeine Zeichentrickserie.

Die Serie wurde zu einem wichtigen Teil des Anime-Booms in Deutschland.

Und plötzlich war japanische Animation nicht mehr etwas, das man nur aus irgendwelchen Nischen kannte.

Sie war mitten im deutschen Nachmittagsprogramm.


🐉 Dragon Ball – jetzt wurde es ernst

Und dann kam Dragon Ball.

Für viele Jungs und auch zahlreiche andere Fans war das noch einmal eine andere Liga.

Son-Goku.

Bulma.

Yamchu.

Kuririn.

Piccolo.

Vegeta.

Und irgendwann natürlich:

Super Saiyajin.

Die deutsche TV-Premiere von Dragon Ball bei RTL II kam 1998. Damit wurde die Serie Teil jener Anime-Welle, die RTL II Ende der 90er immer stärker prägte.

Und plötzlich wurde auf dem Schulhof nicht mehr nur über Fußball gesprochen.

Es wurde diskutiert:

„Wer ist stärker?“

„Goku oder Vegeta?“

„Wie lange dauert es noch, bis er Super Saiyajin wird?“

„Hast du die Folge gestern gesehen?“

Und natürlich wurde versucht, irgendwelche Attacken nachzumachen.


📺 Aber die 90er waren viel mehr als Anime

Heute wird die 90er-TV-Nostalgie oft sofort mit Pokémon, Dragon Ball oder Sailor Moon verbunden.

Aber wenn du damals vor dem Fernseher gesessen hast, bestand dein Nachmittag aus viel mehr.

Es gab Cartoons.

Es gab Comedy.

Es gab Abenteuer.

Es gab Fantasy.

Und es gab Serien, bei denen man sich heute fragt:

Warum war das damals eigentlich so genial?


🐭 Disney war ein fester Bestandteil

Disney-Serien gehörten für viele Kinder ebenfalls zum täglichen Programm.

Und die 90er hatten einige echte Klassiker.

Darkwing Duck.

Gargoyles.

DuckTales.

Chip und Chap.

Disneys Große Pause.

Gerade Disneys Große Pause gehört zwar bereits stärker in die spätere 90er-/2000er-Zeit, zeigt aber ziemlich gut, was diese Serien damals ausgemacht hat:

Schule war plötzlich nicht mehr nur Schule.

Der Schulhof wurde zum Abenteuer.

Die Lehrer wurden zu Endgegnern.

Die Pause wurde zum wichtigsten Teil des Tages.

Und natürlich hatte jeder seine Lieblingsfigur.


🦆 DuckTales – Abenteuer nach der Schule

Entenhausen.

Dagobert Duck.

Tick, Trick und Track.

Und Abenteuer, die wesentlich größer waren als alles, was man selbst nach der Schule erlebt hatte.

DuckTales war eines dieser Formate, bei denen man einfach einschalten konnte.

Keine komplizierte Vorgeschichte.

Keine 15 Staffeln, die man nachholen musste.

Fernseher an.

Folge läuft.

Fertig.

Und genau das war eines der schönen Dinge am damaligen Fernsehen.


🧪 Hey Arnold!

Wer in den 90ern Nickelodeon oder spätere Ausstrahlungen der Serie gesehen hat, kennt wahrscheinlich den Football-Kopf.

Arnold.

Dazu Gerald, Helga, Phoebe und der Rest der verrückten Nachbarschaft.

Die Serie war dabei irgendwie anders.

Sie fühlte sich nicht wie eine klassische Fantasy-Welt an.

Sie zeigte eine Stadt.

Eine Schule.

Freunde.

Familien.

Nachbarschaft.

Und jede Menge alltägliche Probleme.

Natürlich komplett überzeichnet.

Aber vielleicht gerade deshalb so vertraut.


🍼 Rugrats

Und dann waren da die Rugrats.

Tommy.

Chuckie.

Phil.

Lil.

Angelica.

Aus der Perspektive von Babys wurde plötzlich der Alltag zu einem riesigen Abenteuer.

Ein Wohnzimmer konnte ein gefährlicher Dschungel sein.

Ein Hund wurde zum Monster.

Eine Treppe wurde zum unüberwindbaren Hindernis.

Und Erwachsene?

Die verstanden sowieso meistens nichts.

Wenn man die Serie heute wieder sieht, merkt man erst, wie absurd viele der Ideen eigentlich waren.

Aber genau das war der Charme.


🦸 Die 90er waren auch die Zeit der Superhelden

Natürlich durften Superhelden nicht fehlen.

Batman: The Animated Series war dabei ein ganz anderes Kaliber.

Dunkler.

Ernster.

Atmosphärischer.

Gotham City.

Batman.

Joker.

Harley Quinn.

Mr. Freeze.

Two-Face.

Für viele Kinder war das wahrscheinlich der erste Kontakt mit einer Batman-Version, die sich nicht ausschließlich wie eine typische Kinderserie anfühlte.

Und genau deshalb ist die Serie auch Jahrzehnte später noch interessant.

Sie nahm ihr Publikum ernst.


🕷️ Spider-Man

Und natürlich:

Spider-Man.

Peter Parker.

New York.

Superkräfte.

Schurken.

Und das typische Problem:

Hausaufgaben, Schule und gleichzeitig die Welt retten.

Die 90er-Serie brachte zahlreiche bekannte Marvel-Figuren zusammen und war für viele Kinder ein wichtiger Zugang zum Marvel-Universum.

Heute haben wir riesige Kinouniversen.

Damals reichte ein Fernseher.

Und ein gutes Intro.


⚡ X-Men

Wenn wir schon bei Marvel sind, darf X-Men nicht fehlen.

Wolverine.

Cyclops.

Storm.

Jean Grey.

Gambit.

Rogue.

Professor X.

Die Serie war deutlich ernster als viele klassische Kinder-Cartoons.

Und genau das machte sie interessant.

Mutanten wurden nicht einfach nur als Superhelden dargestellt.

Es ging auch um Ausgrenzung, Angst und die Frage, ob Menschen und Mutanten überhaupt friedlich zusammenleben können.

Für eine Zeichentrickserie im Nachmittagsprogramm war das teilweise erstaunlich erwachsen.


🐢 Teenage Mutant Ninja Turtles

Vier Schildkröten.

Ein Rattenmeister.

Pizza.

Und jede Menge Ärger.

Teenage Mutant Ninja Turtles.

Wenn man heute darüber nachdenkt, ist das Konzept eigentlich komplett verrückt.

Aber genau deshalb hat es funktioniert.

Und Pizza bekam durch die Turtles wahrscheinlich für eine ganze Generation noch einmal eine ganz besondere Bedeutung.


🦸 Power Rangers – plötzlich wollte jeder kämpfen

Und dann gab es noch etwas, das nicht gezeichnet war:

Power Rangers.

Bunte Anzüge.

Riesige Roboter.

Monster.

Kämpfe.

Transformationen.

Und natürlich die Frage:

Welcher Ranger bist du?

Jeder hatte seinen Favoriten.

Und natürlich wollte man ihn auf dem Schulhof irgendwie nachmachen.

Ob das besonders gut funktioniert hat?

Darüber sprechen wir lieber nicht.


👻 Und dann wurde es plötzlich gruselig

Die 90er konnten aber auch anders.

Denn neben lustigen Cartoons gab es Serien, die uns als Kinder teilweise ordentlich Angst gemacht haben.

Eine davon:

X-Factor: Das Unfassbare

Jonathan Frakes.

Eine geheimnisvolle Geschichte.

Eine unglaubliche Situation.

Und am Ende die Frage:

War es wahr oder erfunden?

RTL II erinnerte selbst bei seinem 30-jährigen Jubiläum an die Serie und brachte neue Folgen mit Jonathan Frakes ins Programm.

Und seien wir ehrlich:

Als Kind war es völlig egal, ob die Geschichten wirklich passiert waren.

Wenn man danach alleine durch den dunklen Flur musste, waren sie plötzlich sehr real.


🧛 Serien mussten damals nicht perfekt aussehen

Das ist wahrscheinlich einer der größten Unterschiede zu heute.

Heute sind Animationen teilweise fotorealistisch.

Serien haben riesige Budgets.

Jede Folge sieht aus wie ein Kinofilm.

Damals?

Eine Serie konnte teilweise sichtbar günstiger produziert sein.

Und trotzdem hat man sie geliebt.

Warum?

Weil wir nicht auf Auflösung und Raytracing geschaut haben.

Wir wollten wissen:

Was passiert als Nächstes?


📼 Der Videorekorder war unser Streamingdienst

Und jetzt kommen wir zu etwas, das jüngere Leser vielleicht kaum noch nachvollziehen können:

Der Videorekorder.

Wenn eine Folge zu einer blöden Uhrzeit lief?

Aufnehmen.

Wenn man einen Film sehen wollte?

VHS.

Wenn man eine Folge verpasst hatte?

Hoffen, dass sie wiederholt wird.

Und wenn man eine VHS aus der Videothek hatte?

Dann musste sie zurück.

Natürlich nicht ohne sie vorher noch einmal anzuschauen.

Und noch einmal.

Und vielleicht noch einmal.


📺 Werbung gehörte einfach dazu

Heute können wir Werbung überspringen.

Damals nicht.

Und irgendwie war sie trotzdem Teil der Erinnerung.

Zwischen zwei Serien liefen plötzlich:

Spielzeugwerbung.

Süßigkeiten.

Videospiele.

Actionfiguren.

Brettspiele.

Neue Filme.

Und natürlich Produkte, die man unbedingt haben wollte.

Man saß vor dem Fernseher und dachte:

„Das brauche ich.“

Natürlich brauchte man es nicht.

Aber drei Tage später stand man im Spielzeugladen und suchte genau danach.


🎮 Und dann kamen die Games

Natürlich konnte eine 90er-Kindheit für Geeks nicht nur aus Fernsehen bestehen.

Irgendwann wurde der Fernseher vom Konsolenbild übernommen.

PlayStation.

Nintendo 64.

Game Boy.

SNES.

Mega Drive.

PC.

Und plötzlich wurde aus dem Zuschauer ein Spieler.

Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Donnerstag.

Denn genau dafür gibt es „Kennste noch?“

Wir haben noch sehr viele Erinnerungen auf Lager.


❤️ Warum wir uns heute noch daran erinnern

Das Interessante an Nostalgie ist:

Wir erinnern uns nicht unbedingt daran, weil die damaligen Serien objektiv besser waren.

Wir erinnern uns daran, weil sie mit unserem Leben verbunden waren.

Eine bestimmte Serie lief vielleicht immer nach der Schule.

Ein bestimmtes Intro erinnert dich an dein Kinderzimmer.

Ein bestimmter Sound erinnert dich an den Fernseher deiner Eltern.

Eine bestimmte Figur erinnert dich an einen Freund.

Und manchmal reicht ein einziges Geräusch.

Ein Intro.

Ein Satz.

Eine Melodie.

Und plötzlich bist du wieder dort.

Vielleicht 10 Jahre alt.

Vielleicht sitzt du gerade auf dem Teppich.

Vor dir steht ein Röhrenfernseher.

Neben dir liegt ein Game Boy.

Und du hast für ein paar Minuten überhaupt keine Ahnung, was später einmal passieren wird.


🥹 Das war vielleicht das Schönste an den 90ern

Wir hatten nicht alles sofort.

Und genau deshalb war vieles besonders.

Wenn eine neue Staffel begann, freute man sich.

Wenn ein neues Spiel erschien, war es ein Ereignis.

Wenn man einen Film auf VHS bekam, wurde er mehrfach angeschaut.

Wenn eine Lieblingsserie lief, war man pünktlich.

Und wenn am nächsten Tag in der Schule alle über die gestrige Folge redeten, wusste man:

Man war dabei.

Heute können wir praktisch alles jederzeit abrufen.

Das ist unglaublich praktisch.

Aber vielleicht geht dadurch auch ein kleines Stück dieser Vorfreude verloren.


📺 Die 90er-Serien, an die wir uns erinnern

Natürlich ist diese Liste längst nicht vollständig.

Aber wenn man eine kleine 90er-Geek-Zeitkapsel packen müsste, würden für mich unter anderem diese Namen hineingehören:

SerieWarum sie hängen geblieben ist
Sailor MoonEiner der großen Anime-Klassiker im deutschen TV
Dragon BallAction, Kämpfe und Super-Saiyajins
DuckTalesAbenteuer und Entenhausen
Darkwing DuckSuperhelden-Parodie mit Kultfaktor
Batman: The Animated SeriesDunkler Superhelden-Cartoon
Spider-ManMarvel-Nostalgie pur
X-MenSuperhelden mit ernsteren Themen
RugratsKindheit aus der Baby-Perspektive
Hey Arnold!Schule, Freundschaft und verrückte Nachbarschaft
Power RangersTransformationen und riesige Roboter
Teenage Mutant Ninja TurtlesPizza, Schildkröten und Action
X-FactorGrusel für den Fernsehabend

🔥 Und jetzt bist du dran

Das hier ist Ausgabe 1 von „Kennste noch? – Throwback Thursday“.

Und deshalb möchte ich die nächste Ausgabe nicht komplett alleine bestimmen.

Welche Serie aus deiner Kindheit hast du sofort wieder im Kopf, wenn du an die 90er denkst?

War es:

📺 Sailor Moon?

🐉 Dragon Ball?

🦆 DuckTales?

🦸 Batman?

🕷️ Spider-Man?

🧸 Rugrats?

👻 X-Factor?

Oder etwas, das heute fast niemand mehr kennt?

Schreib es in die Kommentare.

Denn vielleicht ist genau diese Serie das Thema von „Kennste noch? – Throwback Thursday #02“.


🕰️ KENNSTE NOCH?

Throwback Thursday

Jeden Donnerstag nehmen wir dich mit auf eine Reise zurück.

Zurück zu alten Games.

Zurück zu Serien.

Zurück zu Filmen.

Zurück zu Spielzeug.

Zurück zu Musik.

Zurück zu Konsolen.

Und vor allem:

Zurück zu den Erinnerungen, mit denen wir aufgewachsen sind.


🔗 Quellen & weiterführende Links

Von Nico

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